Rückblick Infoabend: Schrittmacher stoppt das Rückenleiden - Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten mit Rückenmarkstimulator bei chronischen Rücken- oder Beinschmerzen am 18. Juli 2022

Am Montag, den 18. Juli fand erneut eine Informationsveranstaltung für Patienten im Rahmen der erfolgreichen Infoabend-Reihe statt. Dieses Mal widmete sich der Neurochirurg und Wirbelsäulenspezialist Dr. med. Al-Khalaf dem Thema „Schrittmacher stoppt das Rückenleiden - Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten mit Rückenmarkstimulator bei chronischen Rücken- oder Beinschmerzen“. Der Infoabend wurde mit freundlicher Unterstützung der Firma Abbott und der Firma Boston Scientific veranstaltet.

In der neurochirurgischen Praxis Dr. Al-Khalaf in Kempten stellen sich immer wieder Patienten mit chronischen Rücken- oder Beinschmerzen vor. Wenn nach eingehender Untersuchung festgestellt wird, dass die bisherigen konventionellen medikamentösen, sowie operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, werden minimalinvasive Therapieoptionen wie z. B. Rückenmarkstimulation in Betracht gezogen. Dr. Al-Khalaf ist Spezialist für diese Behandlungsmethode. „Die Rückenmarkstimulation (auch Spinal Cord Stimulation oder SCS genannt) ist ein Durchbruch in der Behandlung von chronischen Rücken- oder Beinschmerzen aufgrund lokal begrenzter Wirkungsbereich. Diese Therapie ist eine neue Hoffnung für die betroffenen Patienten“, sagt Dr. Al-Khalaf. Er zählt zu den neurochirurgischen Schmerztherapeuten, die mit einer umfassenden Diagnostik feststellen können, ob die Neurostimulation als Therapiemöglichkeit in Frage kommt. Erst dann wird die neue Therapie mittels Spinal Cord Stimulation angewendet.

Spinal Cord Stimulation (SCS):
Die Rückenmarkstimulation wird häufig zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt, insbesondere wenn konservative, nicht-invasive Behandlungsmethoden (Schmerzmittel, Physiotherapie usw.) sowie operative Maßnahmen auf Dauer keine Schmerzlinderung für den Patienten brachten.

Bei der Neurostimulation hemmen die Stromimpulse eines Neurostimulators die Erregungsweiterleitung überaktiver Nerven. Neurologische Krankheitssymptome und Schmerzen können so gelindert werden. Das System beinhaltet sowohl externe als auch implantierbare und programmierbare Neurostimulatoren. Ein Stimulator besteht aus einem 5x3 cm großen Gerät, in dem die benötigte Hochleistungs-Elektronik und die Batterie untergebracht sind, und aus einer mehrpoligen Elektrode. Die Elektrode stimuliert das Rückenmark, der Stimulator gibt dafür die Impulse. Die Stärke und Frequenz der Impulse werden bei externen Stimulatoren vom Patienten selbständig eingestellt, bei implantierbaren Stimulatoren nach der Implantation vom Techniker unter Aufsicht des behandelnden Arztes programmiert. In der Regel erhält der Patient ein Programmiergerät, mit dem der Stimulator ein- und ausgeschaltet werden kann und die Impulse in vom Techniker definierten Grenzen geändert werden können.
Die Implantation der Elektroden wird meist stationär durchgeführt. Eine oder mehrere Elektroden werden dabei im Epiduralraum eingesetzt, um dort die schmerzstillenden Impulse abgeben zu können. Erzeugt werden diese Impulse über einen üblicherweise im unteren Rücken oder im abdominalen Bereich, also in der Bauchregion, implantierten Impulsgenerator.

Die individuelle Wirkung der Rückenmarkstimulation wird vor der dauerhaften Implantation der Elektroden in einer Testphase überprüft. Während dieser Testphase erfolgt die Stimulation des Rückenmarks über ein externes Gerät, das der Patient am Gürtel trägt. Der Erfolg der Behandlung bzw. die Schmerzintensität wird vom Patienten dokumentiert. Auf dieser Grundlage wird dann gemeinsam mit dem Arzt über die weitere Therapie entschieden.
Bei ungenügender Wirkung lassen sich die Elektroden wieder entfernen. Zurück bleibt dann lediglich eine kleine Narbe am Rücken. Zeigt sich die gewünschte Wirkung, das heißt, die Schmerzen reduzieren sich auf der Schmerzskala um die Hälfte, so wird der endgültige Impulsgenerator angeschlossen und implantiert.

Bei seinen Infoabenden widmet sich Dr. Al-Khalaf rund viermal pro Jahr jeweils in einem rund 45-minütigen, leicht verständlichen Fachvortrag einem Schwerpunktthema aus dem Bereich Rückengesundheit. Anschließend haben die Teilnehmer Zeit, Fragen zu stellen und gemeinsam das Thema zu diskutieren. Am Ende des Infoabends zur Rückengesundheit lud Dr. Al-Khalaf die Gäste zur Fortsetzung ein. Diese findet am 26. September um 18:30 Uhr im Cambomed Ärztezentrum zum Thema „Was passiert bei einer Wirbelkanalverengung (Spinalkanalstenose)? Was kann man dagegen tun? Muss es immer eine Operation sein? Ihr Recht auf eine zweite Meinung.“ statt.

Falls Sie sich schon jetzt einen Platz reservieren möchten, nehmen wir Ihre Anmeldung gerne telefonisch entgegen unter:  Telefon 0831 989091-0.

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